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Regeln für die Anwendung eines Dichtstoffes mit Hinterfüllmaterial

Das Abdichten mit Dichtstoffen und einem passenden Hinterfüllmaterial ist seit vielen Jahren gängige Praxis und daher eine traditionelle Form der Fugenabdichtung.  Aber was sind die Regeln für die Anwendung dieses Systems, um eine wirksame Abdichtung zu gewährleisten? Wir klären auf.

Unsere Tipps und Anleitungen beziehen sich auf Anwendungen wie die Abdichtung von bewegungsausgleichenden Fugen in Fensteranschlüssen und Fassaden, bei vorgefertigten Plattenfugen oder zwischen Betonkonstruktionen und Mauerwerk.

Alles beginnt mit einer guten Vorbereitung

Ein gutes Ergebnis beginnt mit einer guten Vorbereitung und der Frage:  Sanierung oder Neubau?

  • Für die Sanierung gilt:  Alten Dichtstoff sorgfältig entfernen und die Fugenflanken in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen. Denn Spuren von alten Dichtstoffen beeinträchtigen die Haftung des neuen Dichtstoffes und können Unverträglichkeitsreaktionen verursachen. Schäden an den Fugenflanken müssen gegebenenfalls repariert werden (Risse, Ausbrüche etc.)
  • Für den Neubau gilt:  Bei Nichtbeachtung der Toleranzen kann es zu Flankenabrissen und Kohäsionsbruch im Dichtstoff kommen, Bauteilbewegungen können nicht aufgenommen werden.

In beiden Fällen muss die Fuge und die umliegenden Haftflächen sauber, frei von Staub und Fett oder von anderen Ablagerungen sein, die eine Haftung verhindern könnten.

Die richtige Dichtstoffwahl

Es gibt verschiedene Arten von Dichtstoffen. Welcher am besten geeignet ist, hängt von der Anwendung und Faktoren wie Hautbildungszeit und Haftungskompatibilität auf dem umliegenden Gewerk/Element ab.  Den passenden Dichtstoff für Ihre Anwendung finden Sie in unserem Dichtstoff-Anwendungshaus oder unter unseren FAQs.

Sobald Sie Ihre Dichtstoff-Wahl getroffen haben, nutzen Sie einfach unseren Dichtstoff-Bedarfskalkulator, um die richtige Anzahl an Kartuschen oder Beuteln für Ihr Projekt zu bestimmen. 

Anwendungshaus        FAQs       Dichtstoff-Bedarfskalkulator            

Das richtige Hinterfüllmaterial

Die Hinterfüllung dient nicht nur als Dichtstoffbegrenzung, sondern hauptsächlich zur Vermeidung einer Dreiflankenhaftung und als formgebendes Bauteil. Bei bewegungsausgleichenden Fugen muss eine geschlossenzellige Rundschnur verwendet werden. Bei lediglich spannungsausgleichenden Fugen können offenzellige Rundschnüre, Folien oder nicht imprägnierte Schaumstoffbänder verwendet werden, um eine Dreiflankenhaftung zu vermeiden.

Es gibt verschiedene Arten von Hinterfüllmaterialien:
  • Rundschnüre aus Polyethylenschaum (geschlossenzellig)
  • Rundschnüre aus Polyurethanschaum (offenzellig)
  • nichtimprägnierte Bänder
ACHTUNG: Folgende Materialien sind ausgeschlossen:
  • starre Schaumstoffe aus Polystyrol
  • starrer Polyurethanschaum
  • generell starre Materialien

Vorkehrungen vor der Anwendung

  • Fugen reinigen
  • Primer anwenden, um die Haftung zu verbessern. (Hier berechnen Sie die für Ihr Projekt erforderliche Primermenge)
  • Einhaltung der Anwendungsbedingungen: Umgebungs-/ Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit. Nässe vermeiden!
  • Einhaltung des Tiefenverhältnisses = 1/2 (Ausfülltiefe / Fugenbreite) als allgemeine Grundregel
Einhaltung der Mindestbreiten/Dicken:

Anforderungen an die Dichtstoffauswahl und Fugengeometrie werden in den einschlägigen Merkblättern, Normen und Richtlinien festgelegt, z.B.:

  • IVD-Merkblatt Nr. 3 (Sanitärbereich)
  • IVD-Merkblatt Nr. 9 (Fenster)
  • Leitfaden zur Montage der RAL (Fensterabdichtung)
  • DIN18540 (Dichtstoffe allgemein)

Die Haftung des Dichtstoffes ist das A und O

Neben der richtigen Form des Dichtstoffs ist auch das Haftvermögen auf dem jeweiligen Untergrund entscheidend, damit eine langfristige Funktion gewährleistet ist. Man muss nicht nur den richtigen Dichtstofftyp wählen (Silikon, Hybrid, PU, Acryl), sondern auch seine Dehnfähigkeit berücksichtigen.

  • Der Fugendichtstoff muss alle zu erwartenden Bewegungen aufnehmen können
  • Er muss gut auf dem Untergrund haften können (Primer ist obligatorisch)
  • Er muss physikalischen und evtl. chemischen Belastungen standhalten (Witterung, mechanische Belastung, Temperatur, Dauerfeuchte, Reinigungsmittel etc.)

Beispiele für eine falsche Anwendung

Ist es hilfreich unsere Tipps anzuwenden? Die Antwort ist ganz einfach ja, ohne Zweifel! 

Wenn Dichtstoffe ohne Hinterfüllmaterial, z.B einer Rundschnur, aufgetragen werden, ist es unmöglich, eine dauerhafte Abdichtung zu gewährleisten und es gibt eine schlechte Haftung auf dem angrenzenden Material. Ist keine Dichtstoffbegrenzung in Form einer Hinterfüllschnur vorhanden, kann der Dichtstoff beim Auftragen nur schlecht auf die Fugenflanken gedrückt werden. Die Folge, der Dichtstoff liegt quasi nur an der Fugenflanke an, hat aber zu wenig Kontakt, um eine gute Haftung aufbauen zu können

Wir haben einige Beispiele ausgewählt, um die Folgen zu veranschaulichen, die bei Nichtbeachtung möglicherweise auftreten könnten:

Dichtstoffe wurde ohne Hinterfüllmaterial aufgetragen, damit gab es keine ordentliche Haftung.

Der Dichtstoff ist nicht richtig geformt und geglättet.

Wenn das Verhältnis von Tiefe zu Breite nicht eingehalten wird, kann der Dichtstoff deutlich weniger Bewegungen aufnehmen und es kann zum Flankenabriss oder Kohäsionsbruch kommen.

Eine schlechte Dichtstoffwahl kann die Ästhetik beschädigen, zum Beispiel, wenn Sie die Fuge überlacken müssen.

Bei zu feuchten Untergründen entstehen Blasen im Dichtstoff.

Dichtstoff und Hinterfüllmaterial sind wegen Dehnungsschwierigkeiten aus der Fuge rausgekommen.


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